Kartoffeln richtig ernten und als Pflanzkartoffeln für das nächste Frühjahr aufbewahren
Kartoffeln gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten im Garten und lassen sich mit etwas Planung Jahr für Jahr selbst vermehren. Wer bei der Ernte einige gesunde Knollen zurückbehält, kann sie im nächsten Frühjahr erneut pflanzen und so Saatkartoffeln sparen. Damit das gelingt, kommt es jedoch auf die richtige Auswahl und Lagerung an.
Warum lassen sich Kartoffeln so einfach vermehren?
Kartoffeln werden in der Regel nicht aus Samen gezogen, sondern vegetativ vermehrt. Das bedeutet, dass aus einer einzelnen Knolle eine neue Pflanze entsteht, die wiederum zahlreiche neue Kartoffeln bildet.
Je nach Sorte und Anbaubedingungen kann eine Pflanze zwischen einem halben und zwei Kilogramm Kartoffeln hervorbringen.
Große Sortenvielfalt
Kartoffeln unterscheiden sich in vielen Eigenschaften:
- runde, ovale oder längliche Form,
- gelbe, rote, blaue oder violette Schale,
- weißes, gelbes oder violettes Fruchtfleisch,
- festkochende, vorwiegend festkochende oder mehligkochende Sorten,
- frühe, mittelfrühe oder späte Reifezeiten.
Wer jedes Jahr neue Sorten ausprobieren möchte, greift meist zu zertifizierten Pflanzkartoffeln aus dem Fachhandel. Für bewährte Lieblingssorten können jedoch auch eigene Knollen verwendet werden.
Warum Pflanzkartoffeln aus dem Handel?
Saatkartoffeln aus dem Fachhandel werden sorgfältig ausgewählt und unter kontrollierten Bedingungen vorgekeimt.
Dadurch bieten sie mehrere Vorteile:
- hohe Keimfähigkeit,
- geringeres Risiko von Krankheiten,
- sortenechte Pflanzen,
- kräftigeres Wachstum.
Außerdem wird so einer allmählichen Verschlechterung der eigenen Bestände durch Krankheiten oder Viren vorgebeugt.
Eigene Pflanzkartoffeln auswählen
Wer seine Kartoffeln selbst vermehren möchte, sollte bereits bei der Ernte geeignete Knollen auswählen.
Ideal sind Kartoffeln:
- von gesunden Pflanzen,
- ohne Druckstellen oder Krankheiten,
- etwa in der Größe eines Hühnereis,
- mit glatter, unbeschädigter Schale.
Diese Knollen bilden im Frühjahr kräftige Keime und sorgen für eine gute Ernte.
Richtig lagern
Nach der Ernte sollten die ausgewählten Kartoffeln zunächst einige Zeit auf dem Boden trocknen.
Danach werden sie in flachen Kisten oder auf Lattenrosten gelagert.
Der ideale Lagerraum ist:
- kühl (etwa 5 °C),
- gut belüftet,
- hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung.
Unter diesen Bedingungen bleiben die Knollen möglichst lange in ihrer natürlichen Ruhephase.
Sollten dennoch erste Keime erscheinen, werden diese am besten sofort entfernt.
Vorkeimen vor dem Pflanzen
Etwa sechs bis acht Wochen vor dem geplanten Pflanztermin beginnt das Vorkeimen.
Die Kartoffeln werden dazu:
- in Eierkartons oder flachen Kisten ausgelegt,
- hell aufgestellt,
- bei Temperaturen zwischen 10 und 15 °C gelagert.
Jetzt entwickeln sich kurze, kräftige und stabile Keime, die deutlich widerstandsfähiger sind als lange, dünne Triebe aus dunkler Lagerung.
Weiche oder beschädigte Kartoffeln sollten in dieser Phase aussortiert werden.
Wann können sie gepflanzt werden?
Sobald die Keime etwa 2 bis 3 Zentimeter lang sind und sich der Boden ausreichend erwärmt hat, können die Kartoffeln ins Beet gesetzt werden.
Kräftig vorgekeimte Knollen wachsen meist schneller an und liefern häufig eine frühere Ernte.
Können auch Speisekartoffeln verwendet werden?
Grundsätzlich ja.
Kartoffeln aus ökologischem Anbau werden häufig nicht mit keimhemmenden Mitteln behandelt. Deshalb lassen sie sich oftmals ebenfalls erfolgreich vorkeimen und im Garten anbauen.
Allerdings besteht dabei ein höheres Risiko, Krankheiten einzuschleppen oder geringere Erträge zu erzielen als mit zertifizierten Pflanzkartoffeln.
So gelingt die Vermehrung Jahr für Jahr
Mit der richtigen Auswahl gesunder Knollen, einer kühlen und gut belüfteten Lagerung sowie einer sorgfältigen Vorkeimung lassen sich Kartoffeln problemlos für die nächste Saison aufbewahren. So sparen Hobbygärtner nicht nur Geld, sondern können ihre bevorzugten Sorten über viele Jahre hinweg im eigenen Garten weiter kultivieren.