Knoblauch aus dem Supermarkt pflanzen – lohnt sich das wirklich?
Knoblauch gehört zu den beliebtesten Gewürzen in der Küche und lässt sich im eigenen Garten relativ einfach anbauen. Viele Hobbygärtner fragen sich deshalb, ob sie einfach einzelne Zehen aus einer im Supermarkt gekauften Knolle einpflanzen können. Grundsätzlich ist das möglich – für eine reiche Ernte ist es jedoch nicht immer die beste Wahl.
Welche Vorteile hat Supermarkt-Knoblauch?
Knoblauch aus dem Supermarkt bietet einige praktische Vorteile:
- er ist das ganze Jahr über erhältlich,
- meist günstiger als Pflanzknoblauch,
- leicht zu finden,
- sofort einsatzbereit.
Trotzdem gibt es einige wichtige Punkte, die vor dem Pflanzen beachtet werden sollten.
Warum eignet sich Supermarkt-Knoblauch oft nicht?
Keimhemmende Behandlung
Viele Knoblauchknollen werden nach der Ernte behandelt, damit sie möglichst lange lagerfähig bleiben und nicht austreiben.
Dadurch kann es passieren, dass die Zehen selbst nach dem Einpflanzen keine Triebe bilden.
Bio-Knoblauch wird in der Regel nicht mit solchen Mitteln behandelt und eignet sich daher eher für einen Versuch.
Ein kleiner Trick: Lege die Knoblauchknolle etwa zehn Tage in den Kühlschrank und anschließend wieder bei Zimmertemperatur. Dadurch wird ein Winter simuliert, der die Keimung anregen kann.
Unterschiedliche Qualität
Nicht jede Knoblauchknolle ist für den Anbau geeignet.
Vermeide Knollen, die:
- weich sind,
- Schimmel aufweisen,
- beschädigt aussehen,
- bereits faulige Stellen besitzen.
Nur feste und gesunde Zehen haben gute Chancen, kräftige Pflanzen zu entwickeln.
Nicht an das Klima angepasst
Ein großer Teil des im Handel angebotenen Knoblauchs stammt aus anderen Ländern, beispielsweise aus China.
Diese Sorten sind oft nicht optimal an das Klima oder die Bodenverhältnisse in Mitteleuropa angepasst.
Regionale Sorten liefern meist deutlich bessere Ergebnisse.
Krankheitsrisiko
Supermarkt-Knoblauch ist zum Verzehr bestimmt und wird nicht als Pflanzgut kontrolliert.
Er kann Viren oder Pilzkrankheiten übertragen und dadurch den Gartenboden oder andere Pflanzen infizieren.
So gelingt der Knoblauchanbau
Für eine erfolgreiche Ernte lohnt sich die Wahl einer passenden Sorte.
Grundsätzlich gilt:
- Weißer und violetter Knoblauch werden meist im Herbst gepflanzt.
- Rosa Knoblauch wird überwiegend im Frühjahr gesetzt.
Trenne die einzelnen Zehen vorsichtig voneinander, ohne ihre Schale zu entfernen.
Setze jede Zehe mit der Spitze nach oben in lockere, gut durchlässige Erde.
Der Pflanzabstand sollte etwa 15 Zentimeter betragen.
Ein sonniger Standort fördert kräftiges Wachstum und große Knollen.
Richtig gießen
Knoblauch benötigt nur wenig Wasser.
Gegossen wird nur dann, wenn längere Zeit kein Regen fällt und der Boden deutlich austrocknet.
Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da sie schnell zu Fäulnis führt.
Krankheiten vorbeugen
Eine gute Belüftung zwischen den Pflanzen hilft, Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Ebenso wichtig ist die Fruchtfolge: Knoblauch sollte nicht mehrere Jahre hintereinander am gleichen Standort oder nach anderen Lauchgewächsen angebaut werden.
Besonders gut verträgt er sich mit:
- Erdbeeren,
- Himbeeren,
- Rosen.
Wann wird geerntet?
Die Ernte erfolgt, wenn die Blätter beginnen zu vergilben und einzutrocknen.
Je nach Pflanztermin dauert es ungefähr neun Monate, bis die Knollen vollständig ausgereift sind.
Wer jungen Knoblauch bevorzugt, kann ihn bereits deutlich früher als sogenannten Frühlingsknoblauch ernten.
Knoblauch richtig lagern
Beim Ernten sollte vorsichtig gearbeitet werden, damit die Knollen nicht beschädigt werden.
Lockere die Erde zunächst mit einer Grabegabel und ziehe die Pflanzen anschließend behutsam heraus.
Überschüssige Erde wird lediglich abgeschüttelt – die Knollen sollten nicht gewaschen werden.
Zum Trocknen eignen sich:
- geflochtene Knoblauchzöpfe,
- luftige Regale,
- trockene und schattige Räume mit guter Belüftung.
Unter guten Bedingungen lässt sich Knoblauch etwa sechs bis acht Monate lagern.
Fazit
Knoblauch aus dem Supermarkt kann durchaus austreiben und eine Ernte liefern – besonders, wenn es sich um unbehandelten Bio-Knoblauch handelt. Wer jedoch möglichst gesunde Pflanzen und hohe Erträge erzielen möchte, ist mit zertifiziertem Pflanzknoblauch deutlich besser beraten. Dieser ist speziell für den Anbau vorgesehen und bietet die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ernte.